eine Seite zurück home eine Seite vor


Die Manuelle Medizin umfasst verschiedene Behandlungstechniken, die Funktionsstörungen und damit auch deren Folgen mildern oder beseitigen kann


Weichteiltechniken:

Postisometrische Relaxation (PIR) oder Contract-Hold-Relax-Stretch (CHRS) werden zur Vorbereitung von Mobilisationen oder Manipulationen und zur Muskeldehnung eingesetzt:

Der Therapeut führt ein Gelenk passiv in eine aktuelle Endstellung, an der eine optimale Muskelanspannung, unter aktiver isometrischer Kontraktion des zu dehnenden Muskels durch den Patienten für einige Sekunden noch möglich ist.

Die zu dehnende Muskulatur wird zunächst unter der erfolgten Einatmung angespannt und in der Ausatmungsphase langsam durch den Therapeuten mit wenig Kraft gedehnt. Die Anspannungsdauer und die Muskelkraft des Patienten ist abhängig von dem aktuellen Beschwerdebild und sollte nicht erzwungen werden. Bei schweren Kontrakturen der Muskulatur ist unter Umständen eine Dehnung von bis zu 2 Minuten indiziert. Der eigentliche Dehnvorgang erfolgt in der postisometrischen Entspannungsphase. Nach dem Dehnvorgang wird der abgeschwächte Antagonist, also der Gegenspieler, des zu dehnenden Muskels aktiviert, um das neue Bewegungsausmaß zu sichern.

Dabei ist zu beachten, dass ein Muskel nicht über ein hypomobiles und/oder schmerzhaftes Gelenk gedehnt werden darf. Zuvor muss das Gelenk behandelt werden. Eine Aufwärmung des zu dehnenden Muskels ist durch aktive Kontraktion sinnvoll.

Diese Therapie sollte bei dem entsprechenden Krankheitsbild jeden 2. Tag oder mehrmals täglich durchgeführt werden. Ein gewisses Maß an Patientencompliance ist vorausgesetzt. Für diese Dehnmethode finden sich auch unter den Synonymen Contract-Relax-Stretch (CRS), AED-Dehnung (anspannen - entspannen - dehnen) oder postisometrische Relaxation.



Querfriktion nach Dr. Cyriax oder Deep-friction-Massage


Querfriktionen ist ein Teil der orthopädischen Medizin nach Cyriax, sie basiert auf den Erkenntnissen von James Cyriax (London), er betrieb sehr intensiv die Diagnostik der Weichteilorthopädie. Die Querfriktion gehört dennoch zu der Manualtherapie und wird als intermittierende Spezialmassage an Muskel- Sehnenübergängen und Sehnen-Knochenübergängen ausgeführt. Die exakte Befunderhebung lokalisiert die Schädigung an den Gewebsstrukturen des Bewegungsapparates, anschließend erfolgt eine dem Befund angepasste Therapie im Gebiet der Schädigung. An den genannten Sehnenübergängen entstehen durch sportliche oder chronische Überlastungen sehr häufig entzündungsähnliche Zustände, die als schmerzhaft empfunden werden können.

Die Friktionen werden nicht mit der ganzen Handfläche des Therapeuten wie bei der Massage ausgeführt, sondern nur mit einzelnen Fingern hierzu gibt es zwei Varianten:

  • Mittel- und Zeigefinger übereinandergelegt oder
  • mit einem Zangengriff von Daumen und Zeigefinger

hier bei ist zu beachten das tiefe Strukturen mit mehr Kraft behandelt werden als oberflächliche. Darüber hinaus ist es wichtig, dass der behandelnde Finger und die Haut des Patienten als ein ganzes bewegt wird und kein Hautgleiten stattfindet.

Die Behandlung findet immer quer zum Faserverlauf der zu behandelnden Bindegewebsstruktur mit adäquatem Druck und Bewegungsamplitude sowie gleichmäßigen Rhythmus statt.


Ziel der Friktionen ist eine Schmerzstillung durch:

  • Reizung der Mechanorezeptoren
  • Tonussenkung der Muskulatur durch vermehrte Reizung der Golgi-Sehnenkörperchen die infolge eine Hemmung der Motoneurone bewirken
  • Lokale Verbesserung des Stoffwechsels und der Durchblutung (Homöostase)durch eine vermehrt auftretende Hyperämie
  • Mobilisation oder Aufhebung von bindegewebigen Verklebungen und
  • Stimulation der Bildung von neuen zugfesten, längsgerichteten Kollagenfasern zu erreichen

Die Behandlung sollte jeden 2. Tag bis zur Besserung wiederholt werden. Viele Patienten klagen über Druckdolenzen in dem behandelten Gebiet, diese können unter Umständen 1-2 Wochen bestehen bleiben.


Indikationen:

  • Läsionen am Muskel-Sehnen
  • Übergang oder Sehnenschäden
  • Insertionstendopathien Tenosynovitis
  • Tendinitis
  • Tendovaginitis
  • Muskelverletzungen zur Vorbeugung von Adhäsionen
  • Bandläsionen


Kontraindikationen:

  • Bakterielle Entzündungen
  • in unmittelbarer Nähe von Nerven oder Nervenbahnen
  • Bursitiden
  • Ossifikationen, es besteht die Gefahr von Sehnenabrissen
  • Traumatische Gelenkläsionen



Triggerpunkttherapie:


Die myofasziale Triggerpunkttherapie basiert auf den Erkenntnissen von Janet G. Travell und David G. Simons.

Chronische Überlastung, direkte Traumen der betroffenen Muskelstrukturen oder Gelenkblockaden sind häufig die ausgehende Ursache für myofasziale Schmerzsyndrome.

Diese Schmerzsyndrome provozieren reflektorisch eine Funktionsstörung des Bindegliedes zwischen Nerven und Muskulatur, welche eine normale Gelenkfunktion verhindert. Hierdurch entstehen extrem schmerzempfindliche Zonen. Diese lokalen Schmerzpunkte, die sogenannten myofaszialen Triggerpunkte, sind in einem Muskelhartspannstrang der Skelettmuskulatur meist leicht zu ertasten. Ihre mechanische Reizung führt oft zu einem übertragenem Schmerz, auch in entferntere Körperregionen ("referred pain").



Neuromuskuläre Therapien (NMT) und stabilisierenden neuromuskuläre Therapien


Zum Beispiel propriozeptive neuromuskuläre Faszilitätion um neuromuskuläre Fehlsteuerungen nach Blockaden wieder aufzuheben und die fehlgesteuerte Muskulatur erneut in die Alltagsbelastung zu integrieren.